Uni, Studium & Bachelor Teil 2

Uni, Studium & Bachelor Teil 2


Uni, Studium & Bachelor Teil 2

Während Teil 1 meiner Mini-Review Serie zu Uni, Studium & Bachelor hauptsächlich allgemeine Fragen beinhaltet, möchte ich im Teil 2 mehr auf Konkretes wie die Bachelorarbeit, meine Spezialisierungen, den Aufnahmetest sowie mein persönliches Fazit eingehen. Wie immer handelt es sich bei solchen Erfahrungsberichten um meine persönlichen Erlebnisse, die ich hier gerne mit euch teilen möchte. Das hat aber natürlich keine allgemeine Gültigkeit und soll nur als Inspiration dienen. Solltet ihr euch für oder gegen ein Studium entscheiden, dann recherchiert gründlich, schaut euch einiges an und lasst euch nicht zu sehr von anderen beeinflussen. So viel dazu 🙂

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Wie war dein Aufnahmetest?

Soweit ich weiß, war ich damals (2014) der erste Jahrgang mit Aufnahmetest in BWL. Ziemlich unsinnig meiner Meinung nach, denn von den über 4700 Bewerbern sind gerade einmal knapp 2500 tatsächlich gekommen. Da diese Anzahl unter den verfügbaren Plätzen (damals waren das 3674) lag, wurden alle aufgenommen. Wir wurden direkt im Anschluss des Aufnahmetests informiert, dass alle Anwesenden ab Herbst an der WU studieren dürfen. Hier findet ihr einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Aufnahmetest.

Vorurteil BWL, weil man sonst nichts anderes gefunden hat?

Freiwillige vor, wer das sagt hat entweder noch nicht studiert oder kennt sich schlichtweg nicht aus. BWL klingt anfangs vielleicht Mainstream und ich hatte mit 16/17 das gleiche Vorurteil. Aber ein Studium ist immer das, was man daraus macht. Und einen Bachelor in wirtschaftlichen Grundlagen zu haben, ist wohl für fast keinen Berufsweg falsch. Ich bin sowieso der Meinung, dass ein Studium nur das theoretische Grundgerüst bildet. Die Erfahrungen, die man abseits davon sammelt, sind ausschlaggebend.

Was war dein größtes Learning im Studium?

Mit Druck umzugehen. Kein Uni-Fach nimmt Rücksicht auf ein anderes. Wenn sich zwei Prüfungen oder Vorlesungen mit Anwesenheitspflicht überschneiden, muss man das selbst regeln. Parallel lernen scheint während der Schulzeit noch UNMÖGLICH, ist aber unabdingbar in der Universität. Man lernt schneller und ausgewählter zu lernen, denn es ist einfach nicht möglich über 1000 Seiten auswendig zu können, deshalb werden Zusammenfassungen auch zur euren besten Freunden.

Ist es schwer in manche Vorlesungen hineinzukommen?

Kommt auf das Fach und vor allem auch den Professor an. In der Steop und dem CBK gibt’s noch keine großen Auswahlmöglichkeiten und man kommt fast immer in die angewählten Kurse rein. Spätestens im Hauptstudium wendet sich das Blatt, besonders wenn man zu beliebten, gut-gerankten Professoren möchte (ProfCheck ist ein heiliger Gral) oder zeitlich eingeschränkt ist, daher nur Randzeiten wählen kann. Mein Tipp: geht zur ersten Vorlesung. Ich hab’s schon einige Male erlebt, dass zur ersten Einheit ein paar Angemeldete nicht gekommen sind und man so noch spontan nachgerutscht ist.

Wie finde ich das richtige Studium für mich?

Ausprobieren! An den meisten Universitäten sind mittlerweile Schnuppertage möglich bzw. ein Tag der offenen Tür geplant. Vorlesungen sind (abgesehen von der jetzigen Corona-Zeit) für die Öffentlichkeit zugänglich und somit kann man sich dort ruhig einmal hineinsetzen. Obwohl die regulären Vorlesungen (LVP = Lehrveranstaltungsprüfung, nicht PI = Prüfungsimmanente Lehrveranstaltung oder VUE = Vorlesungsübung) nicht wirklich repräsentativ für das gesamte Angebot einer Universität sind. Deshalb am besten den Campus besuchen und Studenten ansprechen. Jeder hat einmal angefangen und gibt daher auch gerne Auskunft.

Welche Spezialisierungen sind für dich in Frage gekommen?

Absteigend nach Präferenz habe ich mich für folgende 4 beworben: Marketing, Service und Digital Marketing, Organisation, Consumer Research & Marketing Communication. Hier gibt’s noch einmal eine Liste aller SBWLs für das Bachelor-Studium.

Welche Spezialisierungen hast du gemacht und würdest du diese empfehlen?

Ich bin tatsächlich auf Anhieb in meine zwei präferierten Spezialisierungen Marketing und Service & Digital Marketing hineingekommen. Grundsätzlich fand ich beide total interessant und würde mich im Nachhinein wieder gleich entscheiden. Trotzdem muss ich sagen, dass die letztere der beiden SBWLs stark zahlen- und datenbasiert ausgerichtet ist, deshalb hat mir vom Aufbau und Inhalt die klassische Marketing SBWL eine Spur besser gefallen. Ganz allgemein waren die Spezialisierungen für mich das Interessanteste im ganzen Studium, deshalb würde ich euch empfehlen wirklich SBWLs zu belegen, die euch zusagen. Sonst werden das zwei seeeeeeeeeehr lange Semester.

Ich habe im Laufe meines Studiums viele Mitstudenten getroffen, die – um keine Zeit im Studium zu verlieren – das kleinste Übel der SBWLs genommen haben. Sprich eine, in die man leicht hineinkommt. Davon rate ich absolut ab. Das BWL Studium an sich lässt schon keine großen Variationen offen, da sollte man sich zumindest die Wahlfächer und Spezialisierungen 100% nach seinen Interessen und Neigungen aussuchen. Lieber ein Semester warten und noch einmal probieren in seine erste Wahl hineinzukommen. Meldet euch früh genug für Spezialisierungen an und geht davor – wenn möglich – zu den SBWL Days. Die haben mir bei der Entscheidung geholfen.

Was würdest du rückblickend anders machen (Lerntechniken, Planung im Studium, etc.)?

Ich würde auf jeden Fall MEHR auf der Bibliothek lernen. Die ersten 2-3 Jahre habe ich immer von zuhause aus gelernt und das war ein Fehler. Am Anfang ist das BIB-Feeling ungewohnt, aber wenn man reinkommt, regelmäßig mit ein paar Leuten geht, dann geht so viel mehr weiter und das motiviert. Ich würde auch aufbauende Prüfungen hintereinander machen. Zwischen AMC2 und AMC3 lagen bei mir ganze 3 Jahre!! Wieder einmal eine Geschichte aus dem Register “so macht man’s nicht”!

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Was war das Thema deiner Bachelorarbeit? Hast du allgemein BA-Tipps?

Ich habe meine Bachelorarbeit am Marketing Institut mit dem Titel “Wie der gezielte Einsatz von Emoticons die Wahrnehmung von Instagram-Followern beeinflusst und wie sich das auf die Performance eines einzelnen Posts auswirken kann.” geschrieben. Hier könnte ich jetzt eine Liste an klaren DONT’s anführen, denn ich habe so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei einer Bachelorarbeit falsch machen kann. Von der Planung, über die Recherche, den Schreibprozess, … etc. Ich hatte einen sehr verständnisvollen und geduldigen Betreuer, der mir kaum zeitliche Limits gesetzt hat, folglich hatte ich keinen Stress die Arbeit fertigzubekommen. Fluch und Segen zugleich sag’ ich euch.

Im Nachhinein hätte ich mir einen fixen Schreibplan setzen, mehr Zeit in die Recherche investieren und die Arbeit nicht so lange hinauszögern sollen. Meinen ersten Termin mit meinem Betreuer hatte ich im März 2019 und abgegeben habe ich sie knapp ein Jahr später am 19. Februar 2020. Gerade für mein Thema war das nicht sehr förderlich, denn von Algorithmus, über Follower-Engagement, etc. tut sich auf Instagram schon einiges in einem Jahr. Zu meiner Verteidigung, für meine erste wissenschaftliche Arbeit war’s dann doch nicht so schlecht und ich bin trotz allem stolz auf mein Werk.

An den meisten österreichischen Universitäten ist der Abgabeprozess sehr einfach und erfolgt durch ein formloses Hochladen auf der Universitäts-Plattform. Da ich meine Arbeit trotzdem irgendwie greifbar machen möchte, werde ich sie jetzt binden lassen. Immerhin ist darin doch einiges an Arbeit geflossen 🙂

Mit welcher Gesamtnote bzw. welchem Durchschnitt hast du dein Studium abgeschlossen?

Ich denke, eine Gesamtnote ist in Deutschland wesentlich üblicher als an österreichischen Universitäten. Ich musste mir meinen Durchschnitt jetzt erst einmal ausrechnen, weil das gar nicht auf meinem Zeugnis steht. Gleich einmal vorweg, mir waren Noten NIE wichtig! Möchte man in eine bestimmte SBWL, die Wert auf einen konkreten Durchschnitt legt, sollte man aber darauf achten. Um die Frage zu beantworten: 2,63 ist mein Durchschnitt.

Wird es eine Sponsion geben?

Ich hoffe doch. Ursprünglich wäre meine Sponsion für 3.7. geplant gewesen. Da Corona dem gerade einen Strich durch die Rechnung gemacht hat und ich zudem mit dem Gedanken spiele weiter zu studieren, wird’s für den Bachelor jetzt vielleicht auch nur eine Feier im Familien- und Freundeskreis.

Wie hast du es geschafft dich nicht mit anderen zu vergleichen (Schnelligkeit, Noten, etc.)?

Ganz einfach: Indem man’s nicht tut. Jeder Mensch sowie jede Lebenssituation ist anders. Ich hatte Mitstudenten, die ich in meinem 3. Semester (und deren 1.) eingewiesen habe, die mich dann in einem Affentempo überholt haben. Genauso habe ich Studenten kennengelernt, die erst im 10. Semester mit ihren Spezialisierungen begonnen haben. Don’t judge a book by its cover. Es gibt Menschen, die arbeiten Vollzeit neben dem Studieren, andere wiederum kommen direkt von der Schule und haben den Anspruch an sich unter Mindeststudienzeit fertigzuwerden. Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung und manchmal auch Schicksal, wie schnell oder langsam, gut oder schlecht jemand studiert. Ich sage bewusst JEAMND, weil das nichts mit einem selbst zu tun hat. My life, my choice!

Möchtest du noch einen Master machen?

Ich habe bereits kurz anklingen lassen, dass mich das Thema Master in den letzten Wochen ziemlich beschäftigt hat. Mir gehen Gedanken wie “wenn nicht jetzt, wann dann…” durch den Kopf. Gleichzeitig habe ich das Bedürfnis mich noch detailgenauer im Marketingbereich fortzubilden. Wer weiß, wo ich in 10 Jahren beruflich bin. Aktuell bin ich total happy mit meiner Selbstständigkeit, aber ob das für immer so bleibt, kann ich euch nicht sagen. Ich möchte auf jeden Fall nicht nur für den Titel einen Masterabschluss machen, sondern vorrangig sollen mich die Studieninhalte zumindest zu 95% ansprechen. Also weg von Allgemein hin zu spezifischem Detail-Wissen. Weiters kann ich mir nicht mehr vorstellen Vollzeit zu studieren, sprich das einzige Modell, das in Frage kommt, ist ein Fernstudium. Hier gibt’s einige Dinge abzuwägen. Ich werde berichten.

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Mein Fazit…

Zugegeben, ich war schon extrem glücklich und erleichtert, als ich Anfang März endlich mein Bachelor Zeugnis in Händen hielt. Ich möchte die Anfangszeilen aus Teil 1 nicht noch einmal wiederholen, aber grundsätzlich ist es natürlich ein Privileg überhaupt studieren zu dürfen, deshalb möchte ich hier jetzt nicht nur die Tiefpunkte meines Studiums wiedergeben. Ich hatte Phasen in meinem Studium, wo ich überhaupt nicht zufrieden mit der Uni und der allgemeinen, damaligen Situation war. Retrospektiv betrachtet, war „der Übeltäter“ wahrscheinlich die Anzahl an Fächern, die mich eher mäßig interessierten. Ein breitgefächertes BWL Studium ist nichts Schlechtes, aber behandelt eben von A bis Z alles was man grundsätzlich über wirtschaftliche Zusammenhänge wissen sollte. Buchhaltung war für mich schnell abgeschrieben, genauso wie mathematische Fächer wie Finanzierung. Auch rechtliche Inhalte interessierten mich nur so mittelmäßig. Mein größtes Problem war wahrscheinlich, dass ich zu früh wusste in welche Richtung es für mich geht.

Gerade durch die frühe Selbstständigkeit interessierte es mich halt 0,0 für eine Accounting Prüfung zu lernen in der man einzelne Buchungen handschriftlich und viel zu theoretisch durchführen musste. Genau dafür hatte ich doch seit Anbeginn meiner Selbstständigkeit eine Steuerberaterin, die genau solche Dinge für mich und mein Unternehmen übernommen hatte. By the way, ist Buchhaltung anhand von Großkonzernen natürlich etwas GANZ ANDERES als für Einzelunternehmer. Aber Universitäten bilden nunmal keine Start-Up Gründer aus, sondern viel mehr TOP Manager. Ich war mir immer schon meinen Stärken bewusst, auch hier wieder Fluch und Segen zugleich. Denn die WU bietet viele Möglichkeit für interessierte Vollzeit-Studenten, für mich, als Gründerin, als junge Selbstständige, die nebenbei studieren wollte, war es nicht immer das, was ich mir erwartet habe. Aber wie schon ein paar Mal gesagt: jede Lebenssituation ist einzigartig und so auch die akademische Laufbahn.

Generell zufrieden mit der WU?

Die Wirtschaftsuniversität Wien ist bestimmt eine der besten Unis Österreichs für wirtschaftliche Inhalte. Vielleicht ist das Vorurteil „BWL, weil man noch nicht weiß, was man später einmal machen will“ gar nicht so falsch. Aber ist ein allgemeines Wirtschaft-Studium, mit dem einem beinahe alle beruflichen Felder offenstehen, so falsch? Wer weiß denn mit knackigen 18 Jahren, was man sein Leben lange beruflich machen will. Fest steht, dass einem (zumindest in Österreich) mit einem akademischen Abschluss finanzielle Grenzen und Aufstiegschancen im Berufsleben offenstehen. Die WU hat einen einzigen Campus und schon die unterschiedlichsten Berufsbilder hervorgebracht. Möchtest du dir also ein stabiles akademisches, wirtschaftliches Grundwissen aneignen, bist du in diesem Bachelorstudium richtig. Hast du schon einen Plan von deinem Werdegang und möchtest dich hier spezialisieren, dann würde ich ein einschlägiges Studium wählen.

Schlussendlich kann ich sagen, wäre ich noch einmal am Anfang meiner Studienkarriere, würde ich mich nicht anders entscheiden. Ich würde zwar klüger mit meinen Prüfungsantritten umgehen und mehr Zeit auf der Uni verbringen, aber wie sagt man so schön: im Nachhinein ist man immer schlauer. Und so soll das im besten Fall nach einem Studium ja auch sein 😉

Wie immer, ist das meine persönliche Erfahrung. Lasst euch nicht zu sehr beeinflussen, denn am Ende des Tages zählt nur EURE eigene meinung.

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